Stottern

Menschen, die stottern verlieren für Momente die Kontrolle über ihr Sprechen. Stottern äußert sich in Form von Kernsymptomen:

  • unfreiwilligen Wiederholungen (Ka-ka-ka-katze)
  • Verlängerung von Lauten (Mmmmmmaus)
  • Blockierungen bei denen die Sprechbewegung völlig „steckenbleibt“ (——–Apfel).

Manche Menschen entwickeln Begleitsymptome wie z.B.:

  • Mitbewegung des Kopfes oder der Arme
  • Grimassieren
  • Flüstern
  • Sprechen mit Singsang
  • Umformulieren
  • Ersetzen gefürchteter Wörter
  • Einschieben von “ähm” und anderen Interjektionen
  • Abbruch der Äußerung
  • Vermeidung von Sprechsituationen

Für manche Menschen stellt das Stottern eine psychische Belastung dar, auf die sie emotional reagieren.

Für Stottern typische Unflüssigkeiten können situationsabhängig und phasenweise schwanken. Auch symptomfreie Phasen sind möglich.

Poltern

Poltern zeigt sich in schnellem und/oder unregelmäßig schwankendem Sprechtempo. Auftreten von:

  • Auslassungen
  • Verschmelzungen
  • artikulatorische Veränderungen von Lauten, Silben, Wörtern und Phrasen

Das Sprechen wird dadurch schwer verständlich, phasenweise unverständlich.

Artikulation

Artikulationsstörungen sind Abweichungen bei der Aussprache von Lauten bzw. Lautverbindungen aufgrund von sprechmotorischen Problemen. Ein Laut wird nicht oder falsch gebildet. Am häufigsten sind im Deutschen die Zischlaute davon betroffen. Diese artikulatorische Auffälligkeit wird auch als “Sigmatismus” bezeichnet und kommt in verschiedenen Ausprägungen vor.

Dysarthrie

Unter einer Dysarthrie versteht man eine erworbene neurogene Sprechstörung, die durch eine Schädigung des zentralen oder des peripheren Nervensystems verursacht wurde. Dabei sind die Steuerung und die Ausführung von Sprechbewegungen betroffen:

 

  • Sprechmotorik
  • Sprechmelodie (Prosodie)
  • Sprechrhythmus
  • Stimme und Atmung

sind in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt.

Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist eine Störung der Planung von Sprechbewegungen. Sie zeigt sich im Bereich von Artikulation, Sprechmelodie und -rhythmus (Prosodie) und Sprechverhalten:

  • Artikulation: Lautliche Abweichungen, Ersetzungen oder Vertauschungen von Lauten
  • Sprechgeschwindigkeit ist oft vermindert
  • Fehler bei der Wortbetonung

Die Betroffenen zeigen auf Grund ihres unbeeinträchtigten Sprachverstehens eine große Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Sprechen. Das anstrengende Sprechen führt zu mimischen Mitbewegungen, gepresster Stimme oder Anspannungen der Hals- und Gesichtsmuskulatur.